Auswandern nach Frankreich

Viele Freunde, Kollegen fragen mich wieso ich nach Frankreich ausgewandert bin. Entweder, weil sie ähnliche Projekte im Sinn haben, oder weil sie neugierig sind, was jemanden dazu treibt, ins Ausland zu gehen. 

Arc de Triomphe in Paris
Arc de Triomphe in Paris

2009 ich habe zum ersten Mal in Frankreich gelebt und bin immer noch dort. Aber war Expatriation schon immer mein Projekt?  NEIN, aber im Laufe der Jahre und Erfahrungen habe ich viel darüber gelernt. Deshalb möchte ich in diesem Artikel über die am häufigsten gestellten Fragen zu Expatriation schreiben.

Was braucht man zum Auswandern ?

Je nach Land ist es mehr oder weniger einfach auszuwandern. Für eine Deutsche wie mich ist es sehr einfach, nach Frankreich auszuwandern. Tatsächlich bieten alle Schengen-Länder den Europäern große Flexibilität in Sachen Auswanderung.

Auswandern außerhalb des Schengen-Europa-Raums ist schon schwieriger und daher ist es wirklich von Bedeutung, zuerst die verschiedenen Visa und Arbeitsgenehmigungen zu erfahren, um 100 % legal auswandern zu können. Um mehr über diesen Papierkram zu erfahren, empfehle ich immer die offiziellen Websites der lokalen Regierungen und die Websites des Außenministeriums.

Expatriation im Schengen-Raum – Frankreich: 

Da ich (noch) keine Ausreise in ein Land außerhalb des Schengen-Raums unternommen habe, konzentriere ich mich hier hauptsächlich auf meine Erfahrungen und Ratschläge, um sich Frankreich niederzulassen. 

Bevor es los geht ist es wichtig, sich über folgendes zu informieren:

Wie hoch sind die Mietpreise?

  • Für Paris kann man durchschnittlich mit 1000 Euro für eine 40m2 in der Innenstadt rechnen, je nach Viertel. Dazu kommt je nach Gebäudeart, Strom, Wasser, Gas usw.
  • Für alle anderen Städte in Frankreich empfehle ich sich im Internet nach den aktuellen durchschnittlichen Mietpreisen zu erkundigen.
  • Für die Suche nach Wohnung / Haus (Kauf und Vermietung) empfehle ich diese Seiten: leboncoin, pap, seloger, gut hier, logicimmo etc.

Wie hoch ist die Einkommensteuer? Gibt es zusätzliche Steuern?

  • In Frankreich wird seit 2020 die Einkommensteuer, direkt vom Monatsgehalt abgezogen, wie es auch in Deutschland üblich ist.
  • Zusätzlich zu dieser Einkommensteuer kommen der Allgemeine Sozialbeitrag (CSG) und der Sozialschuldentilgungsbeitrag (CRDS) hinzu.
  • Um eine Simulation der Höhe der Steuern zu erhalten, können Sie zu Netto-Brutto-Gehaltsrechner-Websites gehen.
  • Wenn Sie in Frankreich leben, müssen Sie auch die Wohnungssteuer zahlen

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?

Für mich umfassen die Lebenshaltungskosten alles andere, was Ihnen wichtig ist, um ein angenehmes Leben führen zu können. Die Kosten für Transport und Freizeit, Telefon und Internet, sondern auch die Kosten für Essen und Grundbedürfnisse.  Um dies zu berechnen, behalte ich in der Regel meine Kassenzettel aus meinem aktuellen Land und suchen nach den Preisen der Produkte auf Supermarkt-Websites im Zielland. So kann man sich recht einfach einen durchschnittlichen Koeffizienten der Erhöhung oder Senkung der Lebenshaltungskosten erstellen.

Wenn ihr noch nie in der Stadt wart in die Ihr auswandern möchtet, rate ich euch, dort mindestens eine Woche Schnupperurlaub zu machen. Idealerweise eine Wohnung/airbnb buchen, damit man einen realistischen Eindruck bekommt wie es sein könnte dort zu leben.

Diese ganze Recherchen und Vorbereitungsarbeit kann übertrieben erscheinen, aber meiner Meinung nach ist es absolut notwendig, das Gehalt im neuen Land gut verhandeln zu können!

Schon der berühmte chinesische Militärstratege Sun Tzu lehrt uns in seinem Werk die Kunst des Krieges, dass die Vorbereitung ein wichtiger Schritt ist, um einen Krieg zu gewinnen. Für ihn ist dieser Schritt entscheidend und so wichtig wie der Krieg selbst 🙂

Der Beginn des neuen Lebens als Expat:

Ein französisches Bankkonto:

Die Vorbereitungen abgeschlossen, das Gehalt ausgehandelt und die Wohnung gefunden, ist es Zeit, ein Bankkonto zu eröffnen. Ein französisches Bankkonto wird häufig vom Arbeitgeber, den Vermietern, den Behörden, den Telefonbetreibern usw. benötigt.

Ich rate zu Online-Banken, weil ich keine positiven Erfahrungen mit herkömmlichen Banken habe. Die Bankgebühren einer traditionellen Bank in Frankreich sind meiner Meinung nach nicht mit dem Service gerechtfertigt. Online-Banken bieten gleichwertige Dienstleistungen im vergleich traditionellen Banken an, kostenlos und mit einem wirklich guten Telefonservice, der dann allerdings auf französisch ist.

Registrierung für die französische Sozialversicherung

Es ist endlich an der Zeit eine Sozialversicherungsnummer zu bekommen.

Eine meiner Lieblingsanekdoten meiner Auswanderung ist der Versuch meine Sozialversicherungsnummer in Frankreich zu bekommen!  Ich fand meinen ersten Job in einer guten Webmarketing Agentur und das verbindliche Stellenangebot (promesse d’embauche) ist unterschrieben (ich werde über die Arbeitsgesetze in Frankreich in einem anderen Artikel sprechen).

Um den Arbeitsvertrag vorzubereiten, musste ich meine Sozialversicherungsnummer an die Personalabteilung senden. Die Personalleiterin sagte mir, dass ich zum Amt für Sozialversicherung in Paris gehen soll. um diese zu erhalten. Sobald ich die Formulare ausgefüllt hatte, bin ich also zum Sozialversicherungsbüro gegangen, wo mir der Angestellte sagte, dass ich ohne Arbeitsvertrag keine Sozialversicherungsnummer bekommen könnte – ??? –

Also nochmal zurück zum Personalbüro, um zu versuchen, den Vertrag von meinem zukünftigen Arbeitgeber zu bekommen. Mein damaliger Arbeitgeber konnte mir dann einen vorläufigen Vertrag geben, mit dem ich dann die Sozialversicherungsnummer bekommen konnte.

Ich würde also allen raten direkt nach einem vorläufigen Arbeitsvertrag zu fragen um die Behördengänge zu erleichtern.

Sobald die Sozialversicherungsnummer erhalten ist, erfolgt die Registrierung für die Krankenversicherung und die Rentenkasse fast automatisch. Wenn es um den Rente geht, müssen Sie sicher sein, wie der Rentenbeitrag zurückgefordert werden kann, wenn Sie Frankreich danach verlassen!

In meinem Fall konnte ich alle Verwaltungsverfahren in einem Monat abschließen.       

Der #1 Tipp zum auswandern nach Frankreich:

Heute halten mich meine Kollegen und Freunde oft für eine Französin, aber es war nicht immer so.

Eiffelturm - mein Symbol für meine Auswanderung nach Frankreich
Eiffelturm – mein Symbol für meine Auswanderung nach Frankreich

Das wichtigste, um in Frankreich gut integriert zu werden, ist sehr gut Französisch zu sprechen! 

Jetzt werdet Ihr alle denken, dass dies in allen Ländern der Welt zutrifft, aber meiner Meinung nach gilt dies noch viel mehr in Frankreich. Der typische Franzose ist stolz auf das Land, die Kultur und natürlich auch auf die Sprache. Institutionen wie die Französische Akademie sorgen für den richtigen Gebrauch der Sprache und passen sie an das Zeitgeschehen an, indem sie zum Beispiel englische Wörter ans Französische anpasst. Bestes Beispiel: l’ordinteur, um PC/ Computer zu sagen! 

Neben diesem Stolz, der schon fast an Chauvinismus grenzt, muss man zugeben, dass der typische Französische kein Englisch beherrscht und sich nicht besonders bemühen möchte, um es zu sprechen oder zu verbessern. In den letzten Jahren sehe ich einen echten Wandel bei den jüngeren Generationen aber das ist nicht überall so.

Aber das bedeutet nicht, dass es nicht mehr notwendig ist, gut Französisch zu beherrschen. Warum?

Alle Verwaltungsverfahren mit der Regierung oder zur Wohnungssuche sind auf Französisch durchzuführen. 

Es besteht die Möglichkeit, Übersetzungen oder Unterkunftsangebote in englischer Sprache zu finden, was jedoch die Flexibilität zu Beginn der Auswanderung stark reduziert.

Ein weiterer guter Grund, gut Französisch zu lernen:

Mir ist klar, dass der Franzose, der gut Englisch spricht, trotz alledem zu faul ist, es zu sprechen. Ich habe es mehrmals beobachtet, entweder abends auf Partys, wenn eine fremde Person anwesend ist, oder bei der Arbeit, wenn ein ausländischer Kollege anwesend ist…

Es liegt an Ihnen, den Sprung zu wagen und das Abenteuer 🙂

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